Der Gründer der Gruppe Bernard Nicod äußert sich in den Spalten von 24 heures zur Waadtländer Steuerproblematik und ihren Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft.
In einer am 5. März 2025 in der Tageszeitung 24 heures veröffentlichten Kolumne schlägt Bernard Nicod, Gründer und Leiter unserer Immobiliengruppe, die Alarmglocke bezüglich der Abwanderung der großen Steuerzahler aus dem Kanton Waadt und ihrer Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft. Diese Analyse kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt, da sich die Steuerdebatte in unserer Region intensiviert.
Eine alarmierende Feststellung über die Abwanderung von Steuerzahlern
Bernard Nicod beleuchtet ein besorgniserregendes Phänomen: Fast 60 grosse Steuerzahler haben den Kanton Waadt in den letzten zwei Jahren verlassen. Dieser steuerliche Aderlass ist hauptsächlich auf die progressive Erhöhung der Besteuerung und die Schwächung des Steuerschilds zurückzuführen, der die Steuerzahler vor einer konfiskatorischen Besteuerung schützen sollte.
"Der Steuerschild, der ursprünglich dazu gedacht war, die Summe der kantonalen und kommunalen Einkommens- und Vermögenssteuern auf einen bestimmten Prozentsatz des Nettoeinkommens zu begrenzen, erfüllt seine Funktion nicht mehr", betont Bernard Nicod. Seiner Meinung nach haben die Gesetzesänderungen von 2021 eine absurde Situation geschaffen, in der einige Steuerzahler mit einer Steuerlast konfrontiert sind, die ihr Einkommen übersteigt, was die Wohlhabenden natürlich dazu veranlasst, anderswo Zuflucht zu suchen.
Eine aufschlussreiche Umfrage
Um seine Aussage zu untermauern, teilt Bernard Nicod die Ergebnisse eines persönlichen Vorgehens: Nachdem er 232 große Steuerzahler im Kanton Waadt kontaktiert hatte, antworteten ihm 94 von ihnen, was das allgemeine Gefühl bestätigte, dass "zu viel zu viel ist". Trotz Dialogversuchen mit den kantonalen Behörden wurde bis heute keine konkrete Lösung gefunden.
Vergleich mit anderen Kantonen
In seiner Analyse vergleicht unser Leiter die Situation in der Waadt mit der anderer Schweizer Kantone. Er erwähnt insbesondere die jüngste Genfer Steuerreform, die im November 2024 verabschiedet wurde und die darauf abzielt, der Bevölkerung, insbesondere der Mittelschicht, mit einer Senkung der Einkommenssteuer um bis zu 11,4 % für bescheidene Einkommen wieder Kaufkraft zu verschaffen.
Er führt auch das Beispiel Zürich an, wo "eine attraktive Besteuerung, die wettbewerbsfähig bleibt und gleichzeitig gerecht ist, es ermöglicht hat, Unternehmen und große Vermögen anzuziehen und zu halten", wodurch "solide Steuereinnahmen und eine Wirtschaft, die auf Hochtouren läuft", generiert werden.
Die 12%-Initiative und ihre Herausforderungen
Bernard Nicod spricht über die sogenannte 12%-Initiative, die von Waadtländer Arbeitgeberkreisen lanciert wurde und eine lineare Senkung der kantonalen Einkommens- und Vermögenssteuer um 12% für alle Steuerzahler fordert. Er erkennt zwar die Bedeutung dieses Vorschlags für die Verringerung der Steuerlast und die Stärkung der Attraktivität des Kantons an, schlägt aber vor, dass ein gezielterer Ansatz nach dem Vorbild des in Genf gewählten Ansatzes ausgewogener sein könnte.
"Anstatt sich für eine einheitliche Senkung zu entscheiden, zeigt das Genfer Beispiel, dass eine Anpassung der Steuertarife eine bessere Ausrichtung auf die Mittelschicht ermöglicht, die keine Subventionen erhält und einen großen Teil der Steuern trägt", erläutert er.
Folgen für die lokale Wirtschaft
Der Leiter der Groupe Bernard Nicod warnt vor den Folgen dieser Steuerflucht: Wenn die großen Steuerzahler den Kanton verlassen, verlagert sich die Steuerlast unweigerlich auf die Mittelschicht und die lokalen Unternehmen. "Wenn wir in dieser Richtung weitermachen, werden wir bald eine nordeuropäische Besteuerung haben, mit einer Infrastruktur, die nicht mithalten kann. Das ist absurd", bekräftigt er.
Ein persönliches Engagement
Trotz dieser besorgniserregenden Feststellung bekräftigt Bernard Nicod seine Verbundenheit mit dem Kanton: "Ich werde nicht weggehen. Das ist nicht in meinem Kopf. Ich bin damit einverstanden, Steuern zu zahlen, auch wenn ich der Meinung bin, dass sie ungerecht verteilt sind. Ich habe meine Karriere hier aufgebaut, ich habe meine Zeit, meine Energie, mein Leben hier investiert." Er fragt sich jedoch, ob künftige Generationen von Unternehmern und wichtigen Steuerzahlern bereit sind, angesichts des steigenden Steuerdrucks die gleiche Wahl zu treffen.
Eine ausgewogene Vision für die Zukunft
Bernard Nicod plädiert nicht für "eine Schweiz, die in ein Steuerparadies verwandelt wird", sondern ruft zu "einem Minimum an gesundem Menschenverstand" beim steuerlichen Ansatz auf. Seine Vision dreht sich um ein Gleichgewicht zwischen Steuererleichterungen und der Aufrechterhaltung der für das reibungslose Funktionieren der öffentlichen Dienste notwendigen Ressourcen.
Als wichtiger Akteur im Waadtländer Immobiliensektor bleibt die Bernard Nicod Group aufmerksam gegenüber diesen Steuerproblemen, die sich direkt auf den lokalen Immobilienmarkt und die Wirtschaft als Ganzes auswirken. Unser Engagement für eine harmonische Entwicklung des Kantons setzt eine gerechte und attraktive Besteuerung voraus, die ein Garant für gemeinsamen Wohlstand ist.
Die vollständige Kolumne von Bernard Nicod finden Sie in der Ausgabe vom 5. März 2025 der Zeitung 24heures, Rubrik Immobilien.